Monthly archives: juni 2012

Orientalische Möbel

Wie haben wohl die Sultane, Kalifen, Prinzessinnen Händler, Handwerker und einfachen Leute aus tausend und einer Nacht gelebt? Wie sahen die Sofas und Diwane aus, auf denen Sie gelegen haben, während Diener süße Trauben und Datteln serviert haben? Wie waren die Tische und orientalische Möbel verziert, in denen das Kochgeschirr verstaut wurde? Einen Eindruck von der Vielfältigkeit der arabischen und orientalischen Mode ist noch heute in Museen und Ausstellungen zu erahnen. Die Geschichten aus 1001 Nacht sind zusammengefasst in einer Rahmenerzählung und reichen bereits bis ins fünfte Jahrhundert nach Christus zurück. Die genauen Ursprünge der weltweit bekannten Geschichtensammlung sind nicht mehr bekannt, zu sehr wurden die Anekdoten im Laufe der Jahrhunderte verändert und ausgetauscht. Auch die Übersetzungen in andere Sprachen haben dazu beigetragen, dass Hinweise auf den Ursprung verlogen gingen. Die Araber, die im 8. Jahrhundert große Teile des nahen und mittleren Ostens eroberten, übernahmen die Geschichten und übersetzten sie ins Arabische. Im Laufe der Zeit wurden weitere Erzählungen und Handlungen hinzugefügt, die teils auf realen Begebenheiten beruhen und teils erdacht sind. Gegenstände des täglichen Lebens, Kleidung und Möbel werden darin häufig beschrieben und geben Hinweise auf die Beschaffenheit zur damaligen Zeit. Möbel und Einrichtung aus dem Orient kann man heute weltweit übers Internet bestellen, teils handgefertigt, teils industriell hergestellt. Trotzdem haben sie von ihrer Faszination und der Vielfalt an Formen und Mustern nichts eingebüßt. Sie laden uns ein, zu träumen und in den Gedanken an die unzähligen Geschichten dieser Gegend zu versinken. Die Häuser in den Ländern des Orients und Arabiens sind meist geschmackvoll eingerichtet, die Möbel und Accessoires passen zu den Teppichen und der gesamten Architektur des Hauses. Die Einrichtungsgegenstände werden häufig noch ganz traditionell im Souk oder Bazar gehandelt. Dieser ist wie ein riesiges Einkaufszentrum, jedoch mit kleineren und viel mehr Anbietern. Feilschen ist dort Pflicht und nicht selten zieht sich ein Einkauf lange hin bis man sich auf einen Preis geeinigt hat. Zudem ist die Auswahl häufig riesig und die Verkäufer finden in Ihrem Durcheinander immer noch ein Exemplar, welches es Wert ist zu zeigen und anzupreisen. Wenn es länger dauert, gibt es noch Tee, der Kunde fühlt sich dann einfach wohler und ist vielleicht bereit, einen etwas höheren Preis zu akzeptieren, so die Hoffnung der Händler. So kann man es sich auch bereits vor hunderten von Jahren vorstellen. Zwar sind aus Öllampen elektrische Lichter geworden und Formen, Farben und Muster haben sich im Laufe der Zeit geändert. Zum Träumen laden die kostbaren und edel anzuschauenden Möbelstücke aus dem Orient aber immer noch ein.